Wie wahrscheinlich sind weiße Weihnachten?
In den meisten deutschen Großstädten sind weiße Weihnachten selten geworden. Nach der Regel des Deutschen Wetterdienstes (DWD) lag in Berlin-Dahlem von 1991 bis 2020 nur an 2 von 30 Weihnachtsfesten an allen drei Feiertagen Schnee, das sind knapp 7 %. In Hamburg war es genauso oft, in München an 4 von 29 Weihnachtsfesten (14 %), in Köln/Bonn nur ein einziges Mal (3 %). Ganz anders im Bergland: Auf dem Fichtelberg bei Oberwiesenthal war es in 27 von 30 Jahren weiß, auf der Zugspitze jedes Jahr.
Der Rechner oben zeigt diese Werte für 50 Wetterstationen. Sie können wählen, was als „weiß“ zählt und welchen Zeitraum Sie sehen möchten.
Was zählt als weiße Weihnacht?
Der DWD spricht von weißen Weihnachten, wenn an allen drei Tagen vom 24. bis 26. Dezember morgens mindestens 1 cm Schnee liegt. Gemessen wird die Schneehöhe einmal am Tag in der Früh. Diese strenge Regel ist im Rechner voreingestellt.
Viele Zeitungstabellen zählen anders, zum Beispiel nur den Heiligabend oder schon einen einzigen Tag mit Schnee. Das macht einen großen Unterschied:
Beispiel: Berlin-Dahlem, 1991 bis 2020
- Schnee an allen drei Feiertagen: 2 von 30 Jahren = 7 %
- Schnee am Morgen des 24. Dezember: 5 von 30 Jahren = 17 %
- Schnee an mindestens einem der drei Tage: 8 von 30 Jahren = 27 %
Wer also irgendwo „30 Prozent“ für Berlin liest und anderswo „7 Prozent“, sieht meist nur zwei verschiedene Regeln.
Warum gibt es kaum noch weiße Weihnachten?
Es hat früher tatsächlich öfter geschneit. Vergleicht man die beiden Klima-Referenzzeiträume, sinkt die Chance fast überall:
- Berlin-Dahlem: 17 % (1961–1990) → 7 % (1991–2020)
- Hamburg: 17 % → 7 %
- München: 33 % → 14 %
- Freiburg: 17 % → 5 %
Der DWD führt das auf den Klimawandel zurück: Im Tiefland fällt im Dezember öfter Regen statt Schnee, und liegender Schnee taut schneller. Dazu kommt das Weihnachtstauwetter, eine Wetterlage, bei der milde Luft vom Atlantik kurz vor oder an Weihnachten den Schnee wegtaut. Laut DWD tritt sie je nach Region in 60 bis 70 % der Jahre auf.
Wann gab es zuletzt weiße Weihnachten?
2010 war das letzte Mal, dass ganz Deutschland weiße Weihnachten hatte, so der DWD. In Berlin, Hamburg, Frankfurt, Hannover und Düsseldorf lag damals an allen drei Feiertagen Schnee, seitdem nicht mehr. In München war es nach der strengen Regel zuletzt 2003 so weit. In den Mittelgebirgen und den Alpen waren dagegen auch 2024 oder 2025 weiße Weihnachten, etwa in Garmisch-Partenkirchen, Oberstdorf oder auf dem Brocken.
Wo sind die Chancen am besten?
Die Höhe entscheidet. Nach der DWD-Regel (1991–2020) liegen vorn:
- Zugspitze: 100 %
- Fichtelberg (Oberwiesenthal): 90 %
- Brocken (Harz): 86 %
- Zinnwald-Georgenfeld (Erzgebirge): 79 %
- Neuhaus am Rennweg (Thüringer Wald): 72 %
- Oberstdorf: 66 %, Garmisch-Partenkirchen: 61 %
Unter den Städten im Flachland schneidet Hof mit 38 % am besten ab, gefolgt von Regensburg mit 21 % und Görlitz mit 20 %. Am seltensten sind weiße Weihnachten am Rhein und im Norden.
Woher kommen die Zahlen?
Wir werten die Tageswerte der Schneehöhe aus dem Climate Data Center des DWD aus, für jede Station und jeden Winter seit 1951. Fehlen für einen der drei Tage Messwerte, zählt der Winter nicht mit. Er wird also weder als weiß noch als grün gewertet. So rechnet auch der DWD; unsere Werte für Berlin, Hamburg, München, Köln, Leipzig und Freiburg stimmen mit der DWD-Auswertung von 2021 überein. Für Frankfurt nutzen wir die Station am Flughafen, der DWD eine Stadtstation; deshalb weichen die Zahlen dort ab.
Häufige Fragen
Wie wahrscheinlich sind weiße Weihnachten 2026?
Das kann heute niemand seriös sagen. Eine Prognose ist erst etwa eine Woche vorher sinnvoll. Der Rechner zeigt, wie oft es in der Vergangenheit weiß war: in Berlin zum Beispiel an 2 von 30 Weihnachtsfesten (1991 bis 2020).
Was zählt offiziell als weiße Weihnachten?
Der Deutsche Wetterdienst spricht von weißen Weihnachten, wenn am 24., 25. und 26. Dezember morgens jeweils mindestens 1 cm Schnee liegt.
Wann gab es zuletzt weiße Weihnachten in Deutschland?
Laut DWD waren 2010 zuletzt in ganz Deutschland weiße Weihnachten. In Berlin, Hamburg und Frankfurt lag seitdem nicht mehr an allen drei Feiertagen Schnee.
Wo ist die Chance auf weiße Weihnachten am größten?
In den Alpen und Mittelgebirgen: auf der Zugspitze jedes Jahr, auf dem Fichtelberg und dem Brocken in fast neun von zehn Jahren. Im Flachland sind es meist unter 15 Prozent.
Hat es früher an Weihnachten öfter geschneit?
Ja. In Berlin, Hamburg und München war die Chance von 1961 bis 1990 mehr als doppelt so hoch wie von 1991 bis 2020.
Was ist Weihnachtstauwetter?
Eine wiederkehrende Wetterlage, bei der milde Atlantikluft rund um Weihnachten Schnee wegtaut. Der DWD erwartet sie je nach Region in 60 bis 70 Prozent der Jahre.
Quellen
- DWD Climate Data Center: daily climate data (snow depth SHK_TAG), CC BY 4.0
- DWD Climate Data Center: daily precipitation-station data (snow depth SH_TAG)
- DWD-Pressemitteilung, 8. Dezember 2021: Weiße Weihnachten werden seltener
- DWD Thema des Tages, 6. Dezember 2024
- DWD Thema des Tages, 24. Dezember 2025
- DWD-Wetterlexikon: Weihnachtstauwetter